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Die Zeit
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Gerade, wenn ein neuer vierbeiniger Mitbewohner bei Dir eingezogen ist, benötigst Du sehr viel Zeit, um ihn an seine neue Umgebung zu gewöhnen und ihm zu zeigen, wie er sich bei Dir in der Wohnung und auch sonst verhalten soll (Erziehung, Stubenreinheit, keine Gegenstände kaputt zu machen, 2-3 Stunden am Tag alleine bleiben zu können, Sitz, Platz, Pfui, lass das.....). Das kennen alle Hundebesitzer sicherlich zu genüge, die schon mal einen kleinen Welpen groß gezogen haben. Das ist ein Fulltime-Job.... am besten nimmst Du Dir 3 Wochen Urlaub für die Eingewöhnungszeit oder nehme einen Hundesitter, der sich genügend um Dein Tier kümmern kann. Wenn Du fleißig bist und jeden Tag ein wenig mit Deinem neuen Hund übst, werdet ihr beide die erste Phase in wenigen Wochen geschafft haben und könnt euch dann etwas mehr Ruhe gönnen. Aber für viele Dinge benötigst Du ein ganzen Hundeleben lang ZEIT.
Zum Beispiel für den Auslauf: Meiner Meinung nach ist selbst für kleine Rassen ein Auslauf von 3-4 Mal zwanzig Minuten pro Tag ein absolutes MUSS. Größere Hunde brauchen mindestens 2,5 Stunden pro Tag ihren Freigang und sollten sich mindestens 1 Mal am Tag ca. dreißig Minuten so richtig austoben dürfen. Am besten ist es, wenn ihr euren kleinen Schatz dabei mit einem anderen Hund herumtollen lasst. Besser würde der Hund es noch finden, wenn ihr mit ihm spielt und mit ihm herumtollt... Nur dann kann euer Hund auch seine Ausgeglichenheit erreichen und ist in der Wohnung wesentlich entspannter und vor allem ruhiger. Die so genannten LAUF-RASSEN (z.B. Jagdhunde, Windhunde, Huskys usw.) brauchen wesentlich mehr Auslauf um sich so richtig wohl zu fühlen. Wenn Du mindestens 2 Stunden am Tag mit ihm Fahrrad fährst, wird er es Dir von ganzem Herzen danken. Hierbei solltest Du beachten, dass der Hund nicht Fahrrad fahren sollte bevor er ausgewachsen ist, um die Gelenke und Knochenstrukturen nicht in ihrem Wachstum zu beeinflussen (frage am besten Deinen Tierarzt, ab welchem Alter Du mit ihm das Fahrrad fahren beginnen kannst). So können Fehlbildungen des Skelettes verhindert werden. Das Ausgewachsensein Deines Hundes richtet sich zum Teil nach der jeweiligen Rasse. Bitte gewöhne den Hund langsam an das Fahrrad fahren, dass sich erst das Herz-Kreislaufsystem an die neuen Anforderungen anpassen kann und eine Übersäuerung der Muskulatur oder noch schlimmeres verhindert wird. Für die Fellpflege (Pflege der Ohren, Augen, Zähne, Krallen...) benötigst Du ca. 15-20 Minuten am Tag. Sauberkeit des Tieres verhindert Infektionen und ein regelmäßiges Bürsten verhindert Haaransammlungen in der Wohnung. Gewöhne Dein Tier schon sehr früh an diese Prozedur und übe dies mit ihm, auch wenn es mal nicht notwendig ist. Dies hat die Vorteile, dass der Hund es lernt still zu halten, wenn Du ihn untersuchst und Du wirst weniger Probleme beim Tierarzt haben, wenn er z.B. bei einer Impfung oder bei Behandlung einer Verletzung stillhalten muss. Auch baut dies zwischen Deinem Tier und Dir eine große Vertrauensbasis auf, denn es merkt, egal was Du mit ihm tust, dass es ihm nicht schadet und er keine Angst zu haben braucht. Um die Bindung des Hundes an sich zu festigen oder zu erhalten, solltest Du mindestens 30 Minuten Zeit pro Tag für ein gemeinsames Spiel oder kleinere Erziehungsintervalle oder Kuscheleinheiten nehmen. Hierdurch erlernt er spielerisch seine Grenzen zu den Menschen und Du kannst Dir leichter seinen Respekt verdienen. Wenn ihr einen Hundeplatz oder spezielle Spielgruppen besucht, sind pro Mal auch schnell 2-4 Stunden vorbei, je nachdem, wie lange ihr auch noch für die An-/ Abfahrt benötigt. Der Vorteil einer solchen Einrichtung ist es, dass euer Hund Kontakt zu anderen Artgenossen hat, Du selbst andere Menschen kennen lernst und das Training unter Anleitung von erfahrenen Ausbildern stattfindet. Du kannst häufige Erziehungsfehler von Anfang an vermeiden und auftretende Probleme können sofort mit euch persönlich besprochen werden. Auch sind bei einem Tierarztbesuch schnell 3 Stunden vorüber, je nach Krankheitsbild und Wartezeit. Und vielleicht wird Dein Hund ja auch so krank, dass jemand ein paar Tage bei ihm bleiben muss, um ihn zu pflegen. Oder euer Hund erreicht ein pflegebedürftiges Alter, habt ihr schon einmal darüber nachgedacht? Ihr solltet euch jetzt nicht abschrecken lassen, aber bitte überlegt euch solche Dinge bevor ihr einen Hund oder auch ein anderes Tier anschafft. Zudem solltet ihr euch überlegen, was der Hund macht, wenn ihr zur Arbeit oder in die Schule geht. Entweder ihr könnt ihn mitnehmen oder sogar eine Tätigkeit mit ihm zusammen ausüben (z.B. Sicherheitsdienst), dann bist Du eine von wenigen Ausnahmen, .... ihr habt einen Hundesitter für diese Zeit oder im schlimmsten Fall für euren Hund muss dieser alleine zu hause bleiben und auf euch sehnsüchtig warten. Denkt bitte daran, dass gerade neu angeschaffte Tiere Angst in ihrer neuen Umgebung haben können, sich unsicher fühlen und dazu neigen, die Wohnungseinrichtung zu zerstören, wenn ihr ihm nicht die Zeit gegeben habt, sich so richtig bei euch einzugewöhnen. Das Einnässen in die Wohnung ist ebenfalls ein solches Zeichen eures Tieres. Einen Hund länger als 3-4 Stunden am Tag alleine zu lassen, halte ich persönlich für höchst unangemessen, um nicht zu sagen Tierquälerei, denn ein Hund ist und bleibt ein Rudeltier und braucht einen geregelten Familienanschluss wie die Luft zum atmen....... Lasst ihr ihn zu lange alleine und haben in den Zeiten, in denen ihr zusammen sein könntet auch noch manchmal etwas zu erledigen (Sport, Kinder, Haushalt, Einkauf, Freunde, Arztbesuche, Internet, Schule, Studium, Stadtbummel ...), dann wird seine Seele nach und nach zerfallen und es wird sehr schwierig werden, bei dem Hund wieder ein Gefühl der Sicherheit aufzubauen. Dies ist oftmals nur mit fachkundiger Hilfe möglich, ist eventuell sehr kostenintensiv und erfordert von euch Pflichtgefühl, viel Zeit und vor allem Einfühlungsvermögen.
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